Palace of Holyrood House


Holyrood Palace

Geschichte

Im Jahr 1128 gründete David I. die Augustiner-Abtei von Holyrood. Das dazugehörige Gästehaus wurde von James IV. und dessen Sohn James V. im frühen 16. Jahrhundert zu einem königlichen Palast ausgebaut. Von diesem Gebäude ist nur noch der zwischen 1529 und 1532 erbaute Nordwest-Turm erhalten. In besagtem Turm befinden sich die Gemächer Maria Stuarts, in denen sich am 09. März 1566 der brutale Mord an ihrem Sekretär und Vertrauten David Rizzio ereignete. Marias Ehemann Lord Darnley drang mit einer Gruppe von Anhängern in die Privatgemächer der Königin ein. Seine Leute ergriffen Rizzio und erstachen ihn vor den Augen der Königin. An seiner Leiche wurden später mehr als fünfzig Messerstiche gezählt.
Nachdem Marias Sohn James VI. den Hof nach London verlegte, wurde Holyrood in den nächsten Jahrhunderten nur noch selten als königliches Quartier benutzt. Als im Jahr 1650 Cromwells Soldaten im Palast untergebracht waren, geriet er durch Unachtsamkeit in Brand.
Erst 1671 wurde Holyrood Palace durch Charles II. wieder hergerichtet, der umfangreiche Umbauten und Renovierungen durchführen ließ.

Das Äußere

Der alte Nordwest-Turm wurde, von einigen wenigen Änderungen an der Fassade einmal abgesehen, originalgetreu beibehalten. Am Südende des Palastes wurde ein zweiter Turm hinzugefügt. Beide Türme sind durch einen Mitteltrakt mit aufgesetzter Balustrade verbunden. Das zentrale Eingangsportal ist mit wuchtigen Doppelsäulen und dem Wappen der schottischen Könige, über dem sich eine kleine Kuppel mit der Königskrone erhebt, versehen. Durch dieses gelangt man in einen Innenhof, der von Arkaden umgeben und dreigeteilt ist.

Die Innenräume

Die für Charles II. entworfenen Staatsgemächer, die heute bei ihren Besuchen in Edinburgh von der Königin bewohnt werden, wurden von holländischen Künstlern eingerichtet. Die Schnitzereien an Türrahmen und Kamineinfassungen stammen vom Holzschnitzer Jan Vansantvoor, Deckengemälde und königliche Wappen vom Maler de Wet. Die zahlreichen Stuckverzierungen gehen auf das Konto der englischen Stukkateure Houlbert und Dunserfield.
Den Werken des Malers Jakob de Wet begegnet der Besucher auch in der Gemäldegalerie wieder. Zwei Jahre lang malte er im Auftrag Charles II., die dort ausgestellte Ahnenreihe der Stuarts mit 111 Portraits. Das erste davon stellt als Begründer der Dynastie im Jahr 330 den Stammherren Fergus dar.
Als Vorlage dienten de Wet lediglich einige alte Bilder, die wohl als Inspiration nicht ausreichten, da sich der Maler angeblich zwei Modelle von der Straße holte.
In eben dieser Galerie heiratete die schottische Königin Maria Stuart 1567 ihren dritten Mann den Earl of Bothwell. Charles Edward Stuart gab hier im Jahr 1745 einen großen Ball – ein letztes großes Fest vor der Niederlage der Jakobiten bei Culloden im April 1746. Dieser Ball wird in Sir Walter Scotts Roman „Waverly“ ausführlich beschrieben.
Die historischen Gemächer, die sich im Turm befinden und einst von Maria Stuart und ihrem zweiten Mann Lord Darnley bewohnt wurden, sind nicht mehr original erhalten. Charles II. ließ diese mit Marmorkaminen, holländischen Kacheln und Täfelungen versehen. Nur die Kassettendecken im Audienzzimmer und Schlafgemach der Königin, die die Initialen ihrer Eltern tragen sowie ein Fries, der die Heimkehr James VI. nach Schottland darstellt, stammen noch aus jener Zeit.
An der nördlichen Seite gibt es eine kleine Wendeltreppe, über die einst Rizzios Mörder in das Gemach der Königin eindrangen. Der angrenzende Raum ist der Geschichte nach der Schauplatz des Mordes. Eine winzige in den Boden eingelassene Messingplatte markiert die Stelle.

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Cannongate Toolbooth – Huntly House – White Horse Close


Cannogate Toolboth

Huntly House

White Horse Close

Das charakteristische Haus mit den vorspringenden Türmchen und der großen Uhr stammt aus dem Jahr 1591 und diente sowohl als Gefängnis als auch als Rathaus der Gemeinde von Cannongate. Heute gehört es – wie auch das gegenüberliegende Huntly House (1570) zum Stadtmuseum.
Neben dem Toolboth befindet sich der Friedhof der Cannogate Kirk. Hier liegen u. a. Adam Smith, der Dichter Robert Fergusson und Robert Burns erste Liebe, Clarinda, begraben.
Der White Horse Close vermittelt das typische Bild der Stadtarchitektur des 17. Jahrhunderts. Hier befand sich in früheren Zeiten ein Gasthof mit Ställen, die etwa 100 Pferden Platz boten. Die Postkutschen in Richtung Newcastle und London fuhren von diesem Close ab.

John Knox House


Ob der große Reformator tatsächlich bis zu seinem Tod im Jahr 1572 in diesem Haus an der High Street gelebt hat, ist bis heute umstritten. Fest steht lediglich, dass das Gebäude zu einem der wenigen original erhaltengebliebenen Häuser des 16. Jahrhunderts zählt. Es verfügt über eine Holzgalerie, eine Außentreppe und überhängende Stockwerke. An den Wänden der Innenräume sind im Putz Austernschalen eingelassen, da die in früheren Zeiten als preiswertestes Material für die Festigung des Putzes galten. Gleichzeitig schrieb man ihnen magische Kräfte zur Abwehr böser Geister zu.
In Schaukästen sind Faksimile der berühmten Schriften von John Knox ausgestellt. Zu ihnen gehören u. a. „History of Religion within the Realme of Scotland“ sowie das bekannte Pamphlet gegen das monströse Regiment der Weiber.
Anhand von zeitgenössischen Briefen und Bildern wird die Geschichte und der Hintergrund der Reformation näher erläutert.

Parliament Square


Hinter der Kirche markiert ein schlichter Stein mit den Initialen J.K. und der Jahreszahl 1572 das Grab von John Knox. Es wird allerdings vermutet, dass der große Reformator eher unter der Reiterstatue Charles II. begraben liegt, die im Jahr 1685 errichtet wurde.
Das steinerne Herz im Pflaster der Statue des Duke of Buccleuch ist der Standort des alten Gefängnisses, des Heart of Midlothian.
Einem alten Brauch zufolge, hat derjenige Glück, der, vor der Umrandung stehend, mitten in das Herz hinein zu spucken vermag.

St. Giles Cathedral


Lage: High Street

St. Giles, der Namenspatron der High Kirk of Scotland, weist auf die enge Verbindung zwischen Schottland und England hin, denn er ist auch der heilige Ägidius (St. Gilles du Gar), ein Eremit, der im 8. Jahrhundert in der Provence lebte und ein nach ihm benanntes Benediktinerkloster gründete.
Als einer der vierzehn Nothelfer ist er zuständig bei Epilepsie und Unfruchtbarkeit, darüber hinaus gilt er als Schutzheiliger der stillenden Mütter.
Der gotische Bau der Kathedrale befindet sich auf dem Grund zweier früherer Kirchen. Die erste, aus dem 9. Jahrhundert stammend, wurde im Jahr 1120 durch eine normannische Kirche ersetzt, die 1385 Richard II. zerstörte.
Von ihr sind noch die vier zentralen Stützpfeiler erhalten, die den Turm der Anlage tragen.
Im Jahr 1387 begann man mit der Errichtung der jetzigen Kathedrale. Der Bau wurde im 15. Jahrhundert beendet.
1460 entstand der Lichtgaden, dabei wurde das Dach aufgesetzt.
Der berühmte spätere Crown Steeple, der kronenförmige Kirchturm, wurde im Jahr 1495 vollendet. Im selben Jahr wurde die Stadtkirche zur Stiftskirche erhoben.
Ihre Ausstattung finanzierte man aus öffentlichen Steuern- und Strafgeldern.
Korruption und Glaubensmissbrauch waren im 16. Jahrhundert Anlass für die Ausbreitung der Reformation, deren Führer John Knox, unzählige Predigten in der Kirche hielt.
Der Sieg der Protestanten führte zur Änderung des Aussehens der Kathedrale. Die insgesamt 44 Altäre wurden entfernt, die Statue des heiligen Ägidius in den Nor‘ Loch geworfen.
John Knox, der in der Zeit von 1559 bis 1572 auch Hauptgeistlicher der Kirche war, verlegte die Bedeutung von Altar und Abendmahltisch auf die Kanzel.
James VI. führte Bischöfe in die schottische Kirche ein, wodurch St. Giles zur Episkopalkirche avancierte.
Als Charles I. mit seinem Versuch, die anglikanische Kirchenreform auf die schottische Kirche zu übertragen, scheiterte, wurde nach der Glorious Revolution von 1688 das Bischofsamt abgeschafft.
Während des Bürgerkrieges in der Mitte des 17. Jahrhunderts teilte sich die Kathedrale zuerst in zwei, dann in vier, und zuletzt in drei separate Kirchen auf. Der Kirchturm wurde gar als Gefängnis genutzt.

Fassade

Unglückliche Restaurierungen im 19. Jahrhundert haben dem gotischen Bau viel seiner einstigen Schönheit genommen. Besonders die Fassade hat darunter gelitten. Einzig der gedrungene Turm, auf dem sich acht Strebfeiler zu einer prachtvollen steinernen Krone formen, ist im Originalzustand erhalten geblieben.
Der goldene Wetterhahn, der seit dem 17. Jahrhundert besagte Krone schmückte, wurde im Februar 1980 entfernt, nachdem im Dezember 1979 nach einem Sturm Einsturzgefahr für den Turm betanden hatte.
Die Krone wurde umgehend restauriert und der Hahn neu vergoldet. Die Kosten dafür beliefen sich auf etwa 250.000 Pfund. Im Sommer 1981 brachte kehrte er an seinen alten Platz zurück.

Innenraum

Vom Hauptportal im Westen überblickt man den Innenraum in seiner kompletten Größe.
Hauptschiff und Chor sind von gleicher Länge und werden lediglich durch ein kurzes Querschiff unterteilt.
Auffällig sind die in der Mitte der Kirche befindlichen massiven normannischen Säulen, die den Turm tragen. An ihnen sind unzählige Standarten schottischer Regimenter befestigt.
Links neben dem Eingang befindet sich die Albany Aisle. Es handelt sich dabei um einen Seitenflügel, den der Duke of Albany im Jahr 1409 als Buße für die Ermordnung seines Neffen stiftete. Er dient heute als Gedenkstätte für die gefallenen schottischen Soldaten des 1. Weltkrieges.
Die Eloi’s Chapel schließt sich der Albany Aisle an. Sie ist ein Marmorgrabmal und wurde zur Erinnerung an den 1661 enthaupteten Convenanter-Führer, dem Marquess of Argyll, errichtet.
Im Chor gibt es besondere Fächergewölbe sowie kunstvoll verzierte Säulen zu sehen. Beides stammt aus dem Jahr 1460. Sie tragen die Wappen von James II., Marie de Guise sowie die französischen Lilien als Zeichen der Auld Alliance.
In der südöstlichen Ecke der Kathedrale befindet sich die Thistle Chapel (Distelkapelle), eine ehemalige Hauskapelle des ältesten schottischen Ordens. Dieser Orden, der Most Ancient and Most Nobel Order of the Thistle, der neben dem regierenden Monarchen nie mehr als 16 Mitglieder hat, wurde 1470 von James III. ins Leben gerufen.
An den Säulen der Kapelle sind die Standarten der Knights Of The Thistle zu sehen.
Westlich der Kapelle, im Preston Aisle, steht der für die königliche Familie reservierte Kirchenstuhl. Der Seitenflügel wurde zu Ehren von Sir William Preston erbaut, der im Jahr 1453 der Kirche eine heilige Reliquie, und zwar die Armknochen von St. Giles, stiftete.
Im Chepman Aisle (südwestlicher Bereich) liegt unter einem prächtigen Grabmal der Marquess of Montrose begraben, der als einer der konträrsten Charaktere des Bürgerkrieges in der Mitte des 17. Jahrhunderts zählt. Zunächst mit ganzer Seele Convenanter, schloss er sich später dem König an und kämpfte gegen die einstigen Verbündeten, bis er von Argyll gefangengenommen und dem Henker übergeben wurde.
Geht man an der Orgel und dem Grabmal für den Regenten Moray vorbei, blickt man nach Durchquerung des südlichen Querschiffs auf das große Nordfenster von Douglas Strachan.
An den schottischen Schrifsteller Robert Louis Stevenson erinnert eine Bronzetafel an der Westwand. Stevenson starb 1894 an Tuberkolose auf Samoa und somit fern seiner Heimatstadt Edinburgh.

Old College


Lage: South Bridge, Ecke Chambers Street

Das alte Universitätsgebäude wurde 1789 von Robert Adam entworfen und um 1834 von William Playfair fertiggestellt.
Adams originaler Entwuf stellte eine kompakte symmetrische Anlage dar, die zwei Innenhöfe umschloss. Ihr Eingang führte durch eine mit Säulen versehene Halle.
Von dort aus gelangte man in einen Vorhof, der durch einen Säulengang mit dem großen Hof verbunden war.
In Playfairs Entwurf wurde der Vorhof gestrichen. Dadurch ging viel von der Eleganz der ursprünglichen Planung verloren.
Die Kuppel, ein Entwurf von Rowand Anderson, wurde im Jahr 1887 aufgesetzt.

 

 

Royal Scottish Museum


Lage: Chambers Street

Versteckt hinter einer Fassade, ist der Bau, der im Jahr 1866 von Captain Fowke entworfen wurde, eine der schönsten und bedeutendsten gusseisernen Konstruktionen Schottlands.
Die hier befindlichen Palmen und Brunnen sind weitflächig verteilt und vermitteln dadruch eine beinahe südländische Atmosphäre.
Das Museum enthält die größten naturwissenschaftlichen, technischen und kunstgewerblichen Sammlungen des Landes.