Parliament Square


Hinter der Kirche markiert ein schlichter Stein mit den Initialen J.K. und der Jahreszahl 1572 das Grab von John Knox. Es wird allerdings vermutet, dass der große Reformator eher unter der Reiterstatue Charles II. begraben liegt, die im Jahr 1685 errichtet wurde.
Das steinerne Herz im Pflaster der Statue des Duke of Buccleuch ist der Standort des alten Gefängnisses, des Heart of Midlothian.
Einem alten Brauch zufolge, hat derjenige Glück, der, vor der Umrandung stehend, mitten in das Herz hinein zu spucken vermag.

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St. Giles Cathedral


Lage: High Street

St. Giles, der Namenspatron der High Kirk of Scotland, weist auf die enge Verbindung zwischen Schottland und England hin, denn er ist auch der heilige Ägidius (St. Gilles du Gar), ein Eremit, der im 8. Jahrhundert in der Provence lebte und ein nach ihm benanntes Benediktinerkloster gründete.
Als einer der vierzehn Nothelfer ist er zuständig bei Epilepsie und Unfruchtbarkeit, darüber hinaus gilt er als Schutzheiliger der stillenden Mütter.
Der gotische Bau der Kathedrale befindet sich auf dem Grund zweier früherer Kirchen. Die erste, aus dem 9. Jahrhundert stammend, wurde im Jahr 1120 durch eine normannische Kirche ersetzt, die 1385 Richard II. zerstörte.
Von ihr sind noch die vier zentralen Stützpfeiler erhalten, die den Turm der Anlage tragen.
Im Jahr 1387 begann man mit der Errichtung der jetzigen Kathedrale. Der Bau wurde im 15. Jahrhundert beendet.
1460 entstand der Lichtgaden, dabei wurde das Dach aufgesetzt.
Der berühmte spätere Crown Steeple, der kronenförmige Kirchturm, wurde im Jahr 1495 vollendet. Im selben Jahr wurde die Stadtkirche zur Stiftskirche erhoben.
Ihre Ausstattung finanzierte man aus öffentlichen Steuern- und Strafgeldern.
Korruption und Glaubensmissbrauch waren im 16. Jahrhundert Anlass für die Ausbreitung der Reformation, deren Führer John Knox, unzählige Predigten in der Kirche hielt.
Der Sieg der Protestanten führte zur Änderung des Aussehens der Kathedrale. Die insgesamt 44 Altäre wurden entfernt, die Statue des heiligen Ägidius in den Nor‘ Loch geworfen.
John Knox, der in der Zeit von 1559 bis 1572 auch Hauptgeistlicher der Kirche war, verlegte die Bedeutung von Altar und Abendmahltisch auf die Kanzel.
James VI. führte Bischöfe in die schottische Kirche ein, wodurch St. Giles zur Episkopalkirche avancierte.
Als Charles I. mit seinem Versuch, die anglikanische Kirchenreform auf die schottische Kirche zu übertragen, scheiterte, wurde nach der Glorious Revolution von 1688 das Bischofsamt abgeschafft.
Während des Bürgerkrieges in der Mitte des 17. Jahrhunderts teilte sich die Kathedrale zuerst in zwei, dann in vier, und zuletzt in drei separate Kirchen auf. Der Kirchturm wurde gar als Gefängnis genutzt.

Fassade

Unglückliche Restaurierungen im 19. Jahrhundert haben dem gotischen Bau viel seiner einstigen Schönheit genommen. Besonders die Fassade hat darunter gelitten. Einzig der gedrungene Turm, auf dem sich acht Strebfeiler zu einer prachtvollen steinernen Krone formen, ist im Originalzustand erhalten geblieben.
Der goldene Wetterhahn, der seit dem 17. Jahrhundert besagte Krone schmückte, wurde im Februar 1980 entfernt, nachdem im Dezember 1979 nach einem Sturm Einsturzgefahr für den Turm betanden hatte.
Die Krone wurde umgehend restauriert und der Hahn neu vergoldet. Die Kosten dafür beliefen sich auf etwa 250.000 Pfund. Im Sommer 1981 brachte kehrte er an seinen alten Platz zurück.

Innenraum

Vom Hauptportal im Westen überblickt man den Innenraum in seiner kompletten Größe.
Hauptschiff und Chor sind von gleicher Länge und werden lediglich durch ein kurzes Querschiff unterteilt.
Auffällig sind die in der Mitte der Kirche befindlichen massiven normannischen Säulen, die den Turm tragen. An ihnen sind unzählige Standarten schottischer Regimenter befestigt.
Links neben dem Eingang befindet sich die Albany Aisle. Es handelt sich dabei um einen Seitenflügel, den der Duke of Albany im Jahr 1409 als Buße für die Ermordnung seines Neffen stiftete. Er dient heute als Gedenkstätte für die gefallenen schottischen Soldaten des 1. Weltkrieges.
Die Eloi’s Chapel schließt sich der Albany Aisle an. Sie ist ein Marmorgrabmal und wurde zur Erinnerung an den 1661 enthaupteten Convenanter-Führer, dem Marquess of Argyll, errichtet.
Im Chor gibt es besondere Fächergewölbe sowie kunstvoll verzierte Säulen zu sehen. Beides stammt aus dem Jahr 1460. Sie tragen die Wappen von James II., Marie de Guise sowie die französischen Lilien als Zeichen der Auld Alliance.
In der südöstlichen Ecke der Kathedrale befindet sich die Thistle Chapel (Distelkapelle), eine ehemalige Hauskapelle des ältesten schottischen Ordens. Dieser Orden, der Most Ancient and Most Nobel Order of the Thistle, der neben dem regierenden Monarchen nie mehr als 16 Mitglieder hat, wurde 1470 von James III. ins Leben gerufen.
An den Säulen der Kapelle sind die Standarten der Knights Of The Thistle zu sehen.
Westlich der Kapelle, im Preston Aisle, steht der für die königliche Familie reservierte Kirchenstuhl. Der Seitenflügel wurde zu Ehren von Sir William Preston erbaut, der im Jahr 1453 der Kirche eine heilige Reliquie, und zwar die Armknochen von St. Giles, stiftete.
Im Chepman Aisle (südwestlicher Bereich) liegt unter einem prächtigen Grabmal der Marquess of Montrose begraben, der als einer der konträrsten Charaktere des Bürgerkrieges in der Mitte des 17. Jahrhunderts zählt. Zunächst mit ganzer Seele Convenanter, schloss er sich später dem König an und kämpfte gegen die einstigen Verbündeten, bis er von Argyll gefangengenommen und dem Henker übergeben wurde.
Geht man an der Orgel und dem Grabmal für den Regenten Moray vorbei, blickt man nach Durchquerung des südlichen Querschiffs auf das große Nordfenster von Douglas Strachan.
An den schottischen Schrifsteller Robert Louis Stevenson erinnert eine Bronzetafel an der Westwand. Stevenson starb 1894 an Tuberkolose auf Samoa und somit fern seiner Heimatstadt Edinburgh.

Old College


Lage: South Bridge, Ecke Chambers Street

Das alte Universitätsgebäude wurde 1789 von Robert Adam entworfen und um 1834 von William Playfair fertiggestellt.
Adams originaler Entwuf stellte eine kompakte symmetrische Anlage dar, die zwei Innenhöfe umschloss. Ihr Eingang führte durch eine mit Säulen versehene Halle.
Von dort aus gelangte man in einen Vorhof, der durch einen Säulengang mit dem großen Hof verbunden war.
In Playfairs Entwurf wurde der Vorhof gestrichen. Dadurch ging viel von der Eleganz der ursprünglichen Planung verloren.
Die Kuppel, ein Entwurf von Rowand Anderson, wurde im Jahr 1887 aufgesetzt.

 

 

Royal Scottish Museum


Lage: Chambers Street

Versteckt hinter einer Fassade, ist der Bau, der im Jahr 1866 von Captain Fowke entworfen wurde, eine der schönsten und bedeutendsten gusseisernen Konstruktionen Schottlands.
Die hier befindlichen Palmen und Brunnen sind weitflächig verteilt und vermitteln dadruch eine beinahe südländische Atmosphäre.
Das Museum enthält die größten naturwissenschaftlichen, technischen und kunstgewerblichen Sammlungen des Landes.

George Square


George Square

Der Entwurf zu dieser Anlage war im Jahr 1766 der erste Schritt zur Bewältigung der Wohnungnot in der Altstadt von Edinburgh.
Mit dem George Square schuf der Architekt James Brown ein frühes Beispiel klassizistischer Stadtarchitektur, bei dem die Wirkung der einzelnen Häuser vor dem Gesamteindruck zurücktritt.
Benannt wurde der Platz, der ein neues Zentrum der Edinburgher Gesellschaft werden sollte übrigens nicht nach dem regierenden Monarchen, sondern nach dem Bruder des Architekten – George Brown.
Hier hatten vornehme Advokaten ihre Wohnungen. In den Salons traf die intellektuelle Elite der Stadt zusammen.
Sir Walter Scott’s Eltern zogen 1772 mit dem damals Einjährigen in das Haus Nr. 25.
In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts musste die Südfront des George Square modernen Universitätsgebäuden weichen, wodurch viel von der ursprünglichen Atmosphäre und Eleganz zerstört wurde.

George Heriot’s Hospital


Lage: Hinter dem Greyfriars Friedhof

Der Stifter des massiven und imposanten Baues, einer Schule für Jungen, war George Heriot, seines Zeichens Goldschmied und Juwelier James‘ IV, der sein Geschäft am Parliament Square hatte.
Heriots Vermögen war derartig groß, dass er einmal vor den Augen des Königs dessen Schuldschein in Höhe von 2.000 Pfund zerrissen haben soll.
Mit einer Summe von 23.000 Pfund finanzierte er den Bau der Schule sowie eines Fundus für die Erziehung armer Waisenknaben.
Mit der Errichtung des Gebäudes wurde im Jahr 1627 unter dem Architekten William Wallace begonnen. Nach dessen Tod 1631 führte William Ayton die Arbeiten fort, die bis zum Jahr 1650 andauerten.

Greyfriars Bobby


Greyfriars Bobby

Greyfriars Bobby († 14. Januar 1872) war ein Hund der Rasse Skye Terrier, der im 19. Jahrhundert im schottischen Edinburgh durch die außerordentliche Treue zu seinem Herrchen bekannt wurde.
Bobby gehörte dem Polizisten John Gray und soll nach dessen Tod im Jahr 1858 den Rest seines Lebens – immerhin 14 Jahre lang – am Grab seines Herrchens auf dem Kirchhof der Greyfriars Kirk in der Edinburgher Altstadt verbracht haben. Angeblich verließ er den Friedhof nur zu den Mahlzeiten im nahe gelegenen „Coffee House“. Es gibt zeitgenössische Berichte, nach denen sich zur Mittagszeit Schaulustige vor dem Friedhof einfanden, um den Hund bei seinem Gang zum Coffee House zu beobachten, zu dem er sich jeden Tag nach Abfeuerung der Ein-Uhr-Kanone aufmachte. Bobby starb im Alter von 16 Jahren und wurde heimlich, da eine Beerdigung von Tieren dort nicht gestattet ist, auf dem Greyfriars Kirkyard beerdigt.
Hundeliebhaber verbreiteten die Geschichte von Bobbys Treue und schmückten sie wohl auch aus – damit griffen sie eine ältere Erzähltradition auf, denn schon in Homers Odyssee wird dem Hund Argos eine ähnliche jahrzehntelange Treue zu seinem Herrchen Odysseus zugeschrieben.
Mehrere Bücher und Filme handeln von Greyfriars Bobby, darunter ein Roman von Eleanor Stackhouse Atkinson (1912) und der darauf basierende Walt-Disney-Spielfilm Greyfriars Bobby – Die wahre Geschichte eines Hundes (Greyfriars Bobby: The True Story of a Dog, 1961). Auch der Lassie-Film Lassie in Not lehnt sich an die rührende Geschichte an.
Im Gegensatz dazu vertritt der Historiker Jan Bodeson von der Universität Cardiff die These, dass Greyfriars Bobby ein Hoax zur Förderung des Tourismus war und dass es sich bei dem Hund in Wahrheit um zwei verschiedene Hunde handelte, von denen keiner John Gray gehört habe.
Schon kurz nach dessen Tod schuf der Bildhauer William Brodie 1872 eine lebensgroße Statue von Greyfriars Bobby, die vor einem Pub vor dem Friedhof Greyfriars Kirkyard in Edinburgh dem treuen Hund ein Denkmal setzte. Weiterhin wurde vor der Kirche an der Stelle, an der Greyfriars Bobbys Grab vermutet wird, ein Grabstein mit der Inschrift „Let his loyalty and devotion be a lesson to us all“ (Lasst seine Treue und Ergebenheit uns allen eine Lehre sein) errichtet. Auch bei Friedhofsführungen des Greyfriars Bobby Walking Theatre oder des Greyfriars Kirkyard Trust wird an den Hund erinnert.

2016 schrieb der Komponist Sven Hellinghausen das Orchesterstück „Greyfriars Bobby – Die Geschichte einer bedingungslosen Liebe“ für sinfonisches Blasorchester.

Quelle: Wikipedia